PDF bearbeiten – so änderst du Texte & Bilder

Texte & Bilder lassen sich in einer PDF-Datei leider nicht im kostenfreien Acrobat Reader bearbeiten. Dazu benötigst du das kostenpflichtige Programm Acrobat Pro DC.
Das mag dich erstmal abschrecken, aber ich möchte dir erklären, warum sich eine Lizenz (die im Übrigen gar nicht so teuer ist: ab 15,46 € pro Monat) für dich vielleicht trotzdem lohnt:

Oft wünschen sich meine Kunden, dass ich beispielsweise einen Handzettel oder einen Flyer entwerfe, bei dem sie nachträglich Text oder Bilder ändern können. Sie wünschen sich also von mir das Design und möchten bei Bedarf die Inhalte selbst austauschen.

Da ich, wie viele Grafikdesigner, mit professioneller und teurer Software arbeite, ist es nicht möglich offene Daten zur Verfügung zu stellen. Denn diese Daten könntest du ohne diese teure Software nicht öffnen. Um die Datei zu bearbeiten, müsstest du erstmal einen Grundlagenkurs machen, denn das Programm ist sehr komplex. Und der Druckdatenexport gestaltet sich für Laien ohnehin schwierig, denn dabei gibt es einige Kniffe zu beachten.

Und hier kommt Acrobat Pro DC ins Spiel. Denn mit diesem Programm kannst du Inhalte selbst bearbeiten*. Der Vorteil: Auch wenn es sich um Druckdaten handelt, sie bleiben erhalten**. Du kannst Texte löschen, ergänzen, korrigieren und auch Bilder verschieben, verkleinern/vergrößern, beschneiden und austauschen. Mehrere Objekte lassen sich ganz leicht ausrichten und anordnen, du kannst eine URL-Verknüpfung hinzufügen und bei Bedarf einzelne Seiten beschneiden. All diese Funktionen sind weiter unten erläutert.

Doch Acrobat Pro DC kann noch viel mehr: Du kannst die Seiten verwalten, dass heißt, du kannst die Seitenreihenfolge ändern, Seiten aus einer anderen PDF-Datei hinzufügen und Acrobat Pro hat sogar eine Texterkennungsfunktion. Dass heißt, du kannst Scans einlesen, den Text scannen und erkennen lassen und schließlich bearbeiten.

Die Lizenz für das Programm kann sich also durchaus für dich lohnen, wenn du dir Vorlagen von einem Grafikdesigner erstellen und deren Inhalte selbst austauschen möchtest.

Am Ende des Artikels findest du ein Tutorial, in dem ich dir zeige, was in Bezug auf Text- und Bildbearbeitung möglich ist und wie die Bearbeitung funktioniert.

Wichtig ist, dass du die Schriftarten geladen hast, die im PDF verwendet werden. Nur dann kannst du Text in derselben Schriftart einfügen, ergänzen oder ändern. Eine geschützte PDF-Datei lässt sich natürlich auch nicht bearbeiten. Also prüfe diese beiden Bedingungen, bevor du loslegst.

Hast du das PDF in Acrobat Pro DC geöffnet, wählst du Texte und Bilder bearbeiten über das Menu oder über den Reiter Werkzeuge:

Wie du Texte formatierst

Dir stehen in Acrobat zwei Werkzeuge zur Verfügung:

Mit dem Werkzeug Bearbeiten kannst du Texte und Bilder auswählen, um sie dann zu bearbeiten. Vorhandene Texte kannst du ersetzen, ergänzen, löschen, korrigieren und nach Wunsch formatieren.
Mit dem Werkzeug Text hinzufügen kannst du Text an einer neuen Position einfügen.

Folgende Formatierungen sind mit beiden Werkzeugen möglich:

  • Schriftart und Schriftschnitt auswählen
  • Schriftgröße anpassen
  • Schriftfarbe ändern
  • Text fetten, italic setzen (beides empfehle ich dir über die Schriftart zu lösen)
  • Text unterstreichen
  • Text hoch oder tief stellen
  • Aufzählungsliste erstellen (Bullets), hier gibt es verschiedene Auswahlmöglichkeiten
  • Nummerierte Liste erstellen, mit verschiedenen Auswahlmöglichkeiten
  • Links- oder rechtsbündig, zentriert oder im Blocksatz setzen
  • Zeilenabstand verändern
  • Absatzabstand nach verändern
  • Buchstabenbreite horizontal skalieren
  • Zeichenabstand vergrößern oder verkleinern

Das ist eine recht große Auswahl an Formatierungsmöglichkeiten, in der Regel sind sie vollkommen ausreichend.

Wie du Bilder bearbeitest

Auch zur Bildbearbeitung hast du in Acrobat zwei Werkzeuge:

  • Wie bei der Textbearbeitung wählst du mit dem Werkzeug Bearbeiten das Motiv aus, um es dann weiter zu bearbeiten. Du kannst ein Bild:

    • ersetzen (Wähle idealerweise ein Bild im selben Format, sonst wird es kleiner/größer geladen. Wenn es sich um Druckdaten handelt: Beachte, dass das Bild im CMYK-Farbmodus und mind. 300 dpi (hoher Auflösung) abgespeichert ist. Vergrößere die Abbildung nicht, sonst könnte die Auflösung verringert und das Bild im Druck unscharf werden. Ausgenommen es handelt sich um Vektordaten (EPS-Dateien))
    • horizontal oder vertikal Spiegeln
    • beschneiden
    • drehen

  • Mit dem Werkzeug Bild hinzufügen kannst du ein neues Bild hinzufügen und wie gewünscht positionieren**.

Wie du Objekte ausrichtest und anordnest

  • Wenn du zwei Objekte markierst, kannst du sie zueinander ausrichten, also an einer oder mehreren Seiten bündig setzen oder zentrieren:
  • Mit Objekte anordnen ist gemeint, die Ebenenreihenfolge zu ändern. Möchtest du beispielsweise Text auf ein Bild setzen, das Bild verdeckt aber den Text, kannst du mit diesem Werkzeug das Bild nach hinten verschieben:

Wie du eine URL-Verknüpfung hinzufügst

Wenn du PDF-Dateien für digitale Medien bearbeitest, kannst du auch Verlinkungen bearbeiten oder hinzufügen. Hierzu wählst du einfach das Werkzeug:

  • Web- oder Dokumentverknüpfung hinzufügen/bearbeiten

Mit diesem Werkzeug erstellst du ein beliebig großes Feld, einen Bereich der verlinkt werden soll. Klick mit der Maus links oberhalb des gewünschten Bereiches, halte die Maustaste gedrückt und zieh das Feld so groß, wie du magst.

Im Anschluss kannst du im PopUp-Fenster auswählen, ob der markierte Bereich unsichtbar oder sichtbar gestaltet werden soll und du kannst folgende Verknüpfungen auswählen:

Unter benutzerdefinierte Verknüpfung verbergen sich weitere mögliche Aktionen:

Wie du einzelne Seiten beschneidest

Hierzu wählst du folgendes Werkzeug aus:

und markierst den Bereich, der ausgeschnitten werden soll. Es erscheint ein Rahmen, den du noch bearbeiten kannst. Bei Doppelklick in den Rahmen öffnet sich ein PopUp-Fenster, in dem du die genauen Werte zum Beschnitt eintragen kannst.

Fazit

Wenn du öfter Inhalte in PDF-Dateien selbst bearbeiten möchtest, kann sich die Lizenz für das kostenpflichtige Programm Acrobat Pro DC durchaus lohnen.

Planst du das mit deinem Designer, so lassen sich einige Vorlagen erstellen, deren Inhalte du dann selbst bearbeiten kannst. Das spart dir einige Kosten, wenn du dich einmal eingearbeitet hast.

Ich empfehle dir aber, definierte Designs – also Logo, Farbe, Schrift, Typografie, Gestaltungsraster und Bildkonzept für die verschiedenen Vorlagen beizubehalten. Gestaltest du zu vieles anders und missachtest diese Definitionen, verwischt dein Markendesign und somit deine Identität.

* Möglicherweise kommt dir auch die Anwendung Canva in den Sinn. Mit Canva kannst du wunderbar Daten für die digitalen Medien erstellen. Also z. B. Bilder in deinem Design für die sozialen Netzwerke. Aber dieses Programm ist in seinen Funktionen beschränkt, insbesondere wenn es um Druckdaten geht. Ich habe mit einem größeren Unternehmen Canva dahingehend getestet und ich rate dir ab, dieses Programm langfristig für die Erstellung von Druckdaten zu verwenden. Es macht noch zu viele Probleme, man muss Umwege gehen um ans Ziel zu gelangen und das kostet viel Zeit und teils auch Frust.

** Einzig wenn du Druckdaten bearbeitest und Bilder austauscht oder hinzufügst musst du beachten, dass diese im CMYK-Farbmodus und mind. 300 dpi (hoher Auflösung) abgespeichert sind. Du solltest das Bild im PDF auch nicht größer als in 100 % setzen, denn dann verringert sich die Auflösung und das Bild wird im Druck unscharf. Auch hierzu kannst du sicher kurz Rücksprache mit deinem Grafikdesigner halten.

Susanne Wiemer
Hola, ich bin Goldmarie a.k.a. Su Wiemer und ich zeige dir, wie du einen Online-Auftritt gestaltest, der deine Wunschkunden magisch anzieht und sie in Kunden umwandelt – Design matters!

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